Die Schöpfung und das Evangelium
Predigt (1. Mose 1)
Die Frage nach der Existenz Gottes ist zentral. Schon der erste Vers der Bibel setzt sie voraus: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1,1). Wer das Evangelium glaubhaft verkündigen will, kommt am Verständnis dieses ersten Kapitels nicht vorbei.
Die Angriffe auf den Schöpfer richten sich vor allem auf zwei Punkte: erstens auf das Wesen und den Charakter Gottes. Und zweitens auf das Evangelium selbst. Der Teufel, der von Anfang an wie Gott sein wollte, führt diesen geistlichen Kampf nicht zuletzt dadurch, dass er versucht, die Auslegung der Heiligen Schrift zu verdrehen – besonders dort, wo es um den Ursprung geht.
Ein absoluter Anfang
Der erste Vers aus 1. Mose beschreibt einen absoluten Anfang in der Zeit. Der Zeitstrahl kommt nicht aus dem Unendlichen, sondern beginnt mit dem ersten Schöpfungsakt Gottes. Denn Gott ist der Zeit nicht unterworfen, er herrscht über sie.
Erste Verdrehung: Die „Unbestimmtheitstheorie“
Eine erste Verdrehung besteht darin, Vers 1 nicht als ersten Schöpfungsakt Gottes zu verstehen, sondern lediglich als Überschrift oder Zusammenfassung der weiteren Ereignisse. Diese Sicht soll im Folgenden als „Unbestimmtheitstheorie“ bezeichnet werden. Wer an sie glaubt, dem wird der erste Schöpfungsakt Gottes entzogen – es bleibt unbestimmt, woher Himmel und Erde ursprünglich kamen! Sie werden einfach als gegeben angenommen, ohne dass explizit ihre Erschaffung beschrieben wird. Damit wird Theorien, die von einem nicht erschaffenen, ewig existierenden Universum ausgehen, Tür und Tor geöffnet. Der Schöpfer wird in seiner Bedeutung herabgestuft.
Die Verdrehung lässt sich durch das Bindewort am Anfang von Vers 2 widerlegen. Dieses Bindewort (im Hebräischen wə, je nach Übersetzung mit „und“ oder „aber“ wiedergegeben) knüpft ausdrücklich an das Geschehen von Vers 1 an. Anknüpfen lässt sich aber nur an etwas, das bereits passiert ist. Vers 1 muss daher einen tatsächlichen Schöpfungsakt bezeichnen – und kann keine bloße Überschrift oder Zusammenfassung der noch folgenden Ereignisse sein.
Zweite Verdrehung: Die „Verwüstungstheorie“
Eine zweite Verdrehung soll im Folgenden als „Verwüstungstheorie“ bezeichnet werden. Ihr zufolge soll Gott die Erde ursprünglich perfekt erschaffen haben. Durch eine kosmische Katastrophe, ausgelöst durch den Teufel, soll sie dann aber verwüstet worden sein! Der Teufel wird durch diese Verdrehung zu einer Macht hochstilisiert, die mit Gott ebenbürtig ist. Die Wahrheit ist jedoch eine andere: Der Teufel ist nur ein geschaffenes Wesen – ein Engel, der von Gott abfiel. Gott ist er in keinster Weise gewachsen.
Die Verdrehung erkennt man daran, dass das im Deutschen mit „wüst“ übersetzte hebräische Wort tohu in Vers 2 in seiner Grundbedeutung nicht „verwüstet“ bedeutet, sondern formlos bzw. ungeformt – genau so wird es auch in der Regel in den englischsprachigen Übersetzungen der Bibel ausgedrückt. Die Erde war daher nicht verwüstet, sondern sie war einfach noch nicht fertig, sie war formlos und ungeformt und noch nicht geeignet als Lebensraum für den Menschen. Wie die Erde dann ein perfekter Lebensraum für den Menschen wurde, wird uns in der biblischen Beschreibung der weiteren Schöpfungstage erklärt…


