Wenn Menschen älter werden, werden ihre Haare grau. Sind sie sehr alt, werden die Haare weiß. Das liegt daran, dass der Farbstoff Melanin, der im Alter immer weniger produziert wird, fehlt.
In der Antike galten alte Menschen in der Regel als weise. Man erkannte an, dass sie schon viele Höhen und Tiefen in ihrem Leben erfahren hatten, und respektierte ihre Lebenserfahrung. Das Urteil alter Menschen hatte Gewicht. Ihre grauen oder weißen Haare waren ein sichtbares Kennzeichen dafür.
Wie ist das heute? Gelten ältere Menschen heute noch als weise?
Wenn man sich unsere Gesellschaft so anschaut, scheint das Thema „Weisheit im Alter“ eher ein Randthema zu sein. Es geht nicht um Weisheit, sondern darum, sein Leben zu genießen, solange man kann.
So erlebt man Rentner, die so im Freizeitstress sind, dass man sich manchmal fragt, ob es für sie nicht besser wäre, wieder ins Berufsleben zurückzukehren, wo die Dinge geregelter ablaufen. Aktiv zu sein und sein Leben zu genießen, sind die Ideale unserer Zeit. Nur ja keine Schwäche zeigen und mitnehmen, was geht, ist die Devise. Sterben müssen wir ja ohnehin alle, oder? Schon die Bibel hat diese Haltung beschrieben:
„Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“
(Jesaja 22,13)
Genauso lebt unsere Gesellschaft heute.
Doch immer mehr Menschen kommen ins Nachdenken. Das Universum mit seinen exakt aufeinander abgestimmten Naturgesetzen, die unfassbare Ordnung in jeder einzelnen Zelle, das eigene Gewissen, das zwischen Gut und Böse unterscheidet – all das deutet darauf hin, dass es einen gibt, der hinter allem steht. Ein zufallsgesteuerter Prozess ergibt wenig Sinn. Wer ehrlich sucht, findet schnell, dass es gute Gründe gibt, mit einem Schöpfer zu rechnen.
An diesem Punkt wird uns vielleicht klar, dass wir ein Problem haben. Wenn die bessere Erklärung für Leben ein intelligenter Schöpfer ist, drängt sich nämlich die Frage auf, wer dieser Schöpfer ist und was er von uns will. Dann leben wir nicht einfach nur für uns selbst. Dazu passt gut ein Vers aus der Bibel:
„Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg;“
(Jes 53, 6)
Verirrte Schafe befinden sich in Lebensgefahr: Sie können verhungern, verdursten oder von Raubtieren gefressen werden. Sie brauchen einen guten Hirten, der sie weidet und behütet. Genauso ist es mit uns Menschen. Auch wir brauchen einen guten Hirten, der uns vor unseren eigensinnigen, irrigen Wegen bewahrt. Diese Wege führen weg von Gott, in immer mehr Schuld und Ungehorsam Gott gegenüber. Nur der gute Hirte kann uns vor diesen Wegen bewahren. Dieser gute Hirte ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Und er hat sich nicht damit begnügt, uns zu rufen – er hat sich für uns hingegeben. Vor rund 2000 Jahren kam er auf diese Welt, starb am Kreuz und stand am dritten Tag von den Toten auf. Am Kreuz bezahlte er die Schuld der Menschen vor Gott.
Wer nun an Jesus Christus glaubt, erhält das ewige Leben.
Wer aber weiterhin seine eigenen Wege gehen will, dem bleibt die Schuld gegenüber Gott bestehen. Denn Gott nimmt es ernst, ob wir seine Liebe annehmen, die er durch das Opfer seines Sohnes gezeigt hat. Lehnen wir diese Liebe ab, müssen wir die ewigen Folgen unseres Eigensinns selbst tragen.
Viele Menschen unserer Zeit gehen an diesen Dingen vorbei. Sie werden älter, ihre Haare werden grau und schließlich weiß, und trotzdem werden sie nicht weise. Sie bleiben bei der Weisheit dieser Welt stehen. In Gottes Augen ist diese Weisheit jedoch keine echte Weisheit. Denn wer den Sinn seines Lebens verfehlt, kann noch so klug planen – er lebt am Entscheidenden vorbei.
Wer innehält und sich aufmacht, Gott von ganzem Herzen zu suchen, der wird ihn finden. Er wird eine Weisheit finden, die größer ist als alle Weisheit dieser Welt – und das ewige Leben.
Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben.
Die Bibel, 1. Korinther 1, 21


